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Sonntag, 19. Mai 2013

 
 

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Bologna-Reform zügig angehen

Junge Union und RCDS erwarten erste Erfolge bis zum Beginn des Wintersemesters - Bilger: „Mehr Flexibilität für die Studenten“ - Klare Absage an verfasste Studierendeschaft und Zwangsbeiträge

Die Junge Union (JU) Baden-Württemberg sowie der Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) im Land erwarten sich vom dem morgen in Stuttgart stattfindenden Bologna-Kongress den Startschuss für schnelle Reformen an den Hochschulen. Vor allem im Hinblick auf die bislang starren Regelstudienzeiten für Bachelor- und Masterabschlüsse fordert der Unionsnachwuchs mehr Flexibilität. „Ein Jahr länger studieren kann gut investierte Zeit sein - wenn man die Zeit zum forschen oder für Auslandsaufenthalte nutzt“ beschreibt JU-Landeschef Steffen Bilger die Haltung von JU und RCDS.

 

 

Mehr Flexibilität und damit weniger unnötigen Stress für die Studenten fordern die Jugendorganisationen auch bei Prüfungen. „Anstatt stur am Ende jedes Semesters jedes Fach einzeln abzuprüfen, wünschen wir uns auch mal die Möglichkeit, Lernmodule über zwei oder drei Semester zu strecken und erst dann zu prüfen“ erläutert Romen Link, Landesvorsitzender des RCDS. Unsinnig seien zudem für die Endnote relevante Prüfungen bereits am Ende des ersten Semesters. Den Studenten müsse vielmehr zuerst die Chance gegeben werden, sich in die Grundlagen eines Studiengangs einzuarbeiten.
Flexibilität ist für die Vertreter der jungen Generation in der CDU auch das Schlüsselwort beim Wechseln des Studienortes. „Wenn wir schon in Bachelorstudiengängen eine stark spezialisierte Ausrichtung haben, widerspricht das nicht nur dem Ziel einer breiten Grundlagenvermittlung, sondern erschwert auch Studienortwechsel innerhalb Deutschlands“ so Link weiter. Die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen innerhalb verwandter Fächergruppen müsse deshalb gerade im Bachelorstudium sichergestellt werden. Hierzu benötige man verbindliche Regelungen.

Reformbedarf besteht nach Auffassung der JU und des RCDS zudem beim System der Akkreditierung. Für Romen Link müssen dabei vor allem die Interessen der Studenten im Mittelpunkt stehen: „Wir wollen eine funktionierende Qualitätssicherung, die nicht einfach Listen abhakt, sondern die Studiertauglichkeit von Studienangeboten kritisch prüft und die Berufsqualifikation sicherstellt.“
Eine klare Absage erteilen die beiden Landesvorsitzenden der zuletzt immer wieder hochgekochten Forderung nach der Einführung einer verfassten Studierendenschaft an den baden-württembergischen Hochschulen. „Verfasste Studierendenschaft bedeutet Zwangsmitgliedschaft und Zwangsbeitrag für alle Studenten. Wir sind gegen solche neuen Belastungen“ erklärt JU-Chef Steffen Bilger. JU und RCDS kritisieren deshalb auch diejenigen Uni-Rektoren, die sich jetzt für eine verfasste Studierendenschaft einsetzen. „Anstatt der breiten Mehrheit der Studenten gegen ihren Willen ein teures Modell überzustülpen, sollten die Rektoren eher auf konkrete Verbesserungen an ihren Hochschulen setzten“ so Romen Link vom RCDS. Insgesamt setzen JU und RCDS deshalb auf eine Ausweitung der studentischen Mitbestimmungsmöglichkeiten bei Themen wie Studienordnung oder Mittelverwendung. „Schlanke Strukturen statt einem behördenähnlichen Apparat, ehrenamtlicher Sachverstand statt hauptamtlicher Funktionäre und vor allem freiwillige Mitarbeit statt kostenpflichtiger Zwangsmitgliedschaft - das ist unser Modell“ so Bilger und Link.

 

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